Zwei geschenkte Feiertage

Tag der deutschen Einheit und Erntedank in unserer Pfarrei

Jedes Jahr am 3. Oktober ist uns ein Feiertag geschenkt. Doch was tun an solch einem freien Tag. Diesen Tag für einen Ausflug nutzen, liegen gebliebene Arbeiten erledigen, in Ruhe das Essen für den eigeladenen Besuch vorbereiten oder … der Möglichkeiten gibt es Viele.
Doch ist so ein Feiertag gestaltet? Sicher nicht. Jeder Fest- oder Feiertag hat seinen Ursprung, der an einem solchen Tag auch bedacht werden soll.
Ja, da gibt es in Berlin den ökumenischen Gottesdienst und den offiziellen Festakt zum „Tag der deutschen Einheit“, beides auch über Fernsehen miterlebbar. Hier wird an das erinnert, was zur Einführung eines solchen Feiertages geführt hat.
Aber nicht nur in der Hauptstadt wurde deren gedacht und den Vielen gedankt, die zur Entwicklung der friedlichen Revolution beigetragen haben.

Auch die katholische Pfarrei St. Maria in Köthen hat zu ihrem traditionellen Fest- und Dankgottesdienst für Volk und Land am 3. Oktober eingeladen. In seiner Predigt erinnerte Pfarrer Armin Kensbock daran, dass Katholiken über viele Jahrzehnte das Gebetsanliegen des einstigen Erfurter Weihbischofs und späteren Erzbischofs von Berlin und Köln, Joachim Kardinal Meisner, dem Gebet des Angelus die Bitten angefügten:
Dass du der Welt den Frieden, der Kirche die Freiheit und unserem Volk die Einheit schenken mögest.
Freiheit aber muss verantwortet und die Einheit gestaltet werden. Die Mütter und Väter unseres Grundgesetzes wussten darum, wenn sie in die Präambel schrieben: ... in der Verantwortung vor Gott und den Menschen ...
Es ist wichtig, die Erinnerung daran wach zu halten, dass Gläubige um Freiheit, Einheit und Frieden gebetet haben.
Natürlich wurde die Feier im Pfarrhof bei Musik des Jugendblasorchesters Hettstedt, heißer Suppe und kalten und warmen Getränken fortgesetzt.

Und noch ein Feiertag wurde am darauf folgendem Sonntag, einem arbeitsfreien Tag, begangen – das Erntedankfest. Die Heilige Messe wurde mitgestaltet von den Kindern und Erzieherinnen unserer Kindertagesstätte St. Anna. Die Kinder brachten verschiedene Erntegaben zum Altar und sangen ein Lob- und Danklied dem Schöpfer und Geber aller guten Gaben. Pfarrer Kudla, der vor Jahren Vikar in Köthen war und seit 2004 als Priester in Togo tätig ist, berichtete in seiner Predigt von der Dankbarkeit der Menschen in Afrika, die uns Europäern da wohl ein Stück voraus sind. Hier sind Wissenschaftler und Mediziner dabei zu entdecken, dass dankbare Menschen glücklicher und zufriedener und dadurch auch gesünder sind. Doch wer aufmerksam in der Bibel liest, hat schon längst die Mahnung des Apostel Paulus an die Kolosser verinnerlicht: „Lasst nicht nach im Beten; seid dabei wachsam und dankbar!“ (Kol 4,2)

6.10. 2014
Annette Thaut