Monat Juni

Zeit ist nicht gleich Zeit. Manchmal will die Zeit einfach nicht vergehen. Und manchmal vergeht sie wie im Flug. Sekunden gerinnen anscheinend zur Ewigkeit, und Stunden sind wie weggefegt. Manchmal möchten wir Augenblicke festhalten, und manchmal wünschen wir uns, dass sie schnell vergehen. Manchmal ist Zeit dicht gefüllt, und manchmal fließt sie einfach so dahin.

So hat auch für uns Christen jeder Tag sein Gepräge, jede Woche ihre Strukturierung, jeder Monat seinen Akzent und das Jahr seine Schwerpunkte.

Inzwischen ist der Monat Mai bereits Vergangenheit, der der Gottesmutter Maria geweiht und gewidmet war, zu dem die Maiandachten gehören.

Der Monat Juni setzt einen anderen Akzent. Er gilt als der Herz-Jesu-Monat. Das Herz ist Innbegriff der Personenmitte. Es ist das Organ, das uns den Lebensimpuls gibt. Ohne unser Herz können wir nicht leben. Das Herz hat aber auch eine zutiefst symbolische Bedeutung, das aber mehr ist als nur ein Zeichen, das eine Wirklichkeit ausdrückt.

Jemandem sein Herz schenken, heißt, sich ihm selbst zum Geschenk machen. Gott hat ein Herz für die Menschen, und dieses Herz heißt Jesus Christus.

Dieses menschliche Herz, das von Gott kommt, schlägt für uns. Wenn wir sein Herz verehren, verehren wir ihn selbst. So feiert die Kirche am  Donnerstag der zweiten Woche nach Pfingsten das Hochfest des Leibes und Blutes Christi (Fronleichnam), das uns an die Hingabe seines Leibes und an sein Blutvergießen am Kreuz erinnert. In der Eucharistie schenkt uns Christus sein Herz, sich selbst. Am Freitag der dritten Woche nach Pfingsten hat dieses Herz ein eigenes Fest: das Hochfest des heiligsten Herzens Jesu. Es will uns im wahrsten Sinn des Wortes an die „herzliche Liebe Gottes“ zu uns Menschen erinnern. 

Wenn wir Menschen auch manchmal „herzlos“ miteinander umgehen, Gott tut es nicht. Er hat ein Herz für die Welt. Tun wir es ihm gleich. Gehen auch wir „herzlich“ miteinander um. Dann hat diese Zeit im Jahr für uns auch einen Sinn. Und der Monat Juni bekommt ein anderes Gewicht und Gesicht: Das Antlitz Jesu Christi, dessen Herz bei Gott für uns schlägt.

Wie können wir Gott bzw. Jesus Christus unser Herz schenken? Ganz einfach!

Der regelmäßige und beständige Besuch unserer Sonntagsmessen, der Messbesuch an den Werktagen, das private, persönliche Gebet, die sonntäglichen Andachten in unserer Pfarrkirche mit ihrer eucharistischen Anbetung und Verehrung können ein Ausdruck der herzlichen Liebe und Verbundenheit mit Jesus Christus und unserem Gott sein. Christus schenkt uns sein Herz. Schenken wir IHM das unsrige.