Mariä Lichtmess 2011 - 2. Februar

 

„Licht, das allen Menschen leuchtet …!“

 

Katholiken feierten das Fest „Darstellung des Herrn“ - Mariä Lichtmess
Pfarrer Kensbock spendete den Blasiussegen

 

Mit einer Lichterprozession zogen am Mittwochabend,den 2.Februar 2011, katholische Christen in die Kirche St. Anna in der Lohmannstraße ein, um mit einem Familien-Gottesdienst die „Darstellung des Herrn“ zu feiern.

 

Nach altjüdischem Verständnis galt eine Frau nach der Geburt eines Jungen 40 Tage als kultisch unrein, so dass sie sich im Tempel einer rituellen Reinigung zu unterziehen hatte. War der Sohn der Erstgeborene, so wurde er als Eigentum Gottes angesehen. Maria und Josef hielten sich an diese Vorschrift und sie begaben sich mit dem kleinen Jesus nach Jerusalem, um im dortigen Tempel Reinigungsopfer darzubringen und den Säugling Gott zu weihen. - Daran erinnert das Fest „Darstellung des Herrn“ im Tempel zu Jerusalem, welches am 02. Februar begangen wird. Der Evangelist Lukas berichtet, wie ein frommer, alter Mann namens Simeon, der sich ebenfalls im Tempel aufhielt, erkannte, dass Jesus nicht ein gewöhnlicher Junge, sondern der erwartete Heiland ist. Voll Freude ruft er aus, dass nun Gott sein rettendes Werk begonnen und sein Licht, womit er Jesus meint, allen Völkern gesandt hat. Es lohnt sich, die anrührende Schilderung in der Bibel nachzulesen (bei Lukas 2, 22-39).

 

Bekannt ist das Fest auch als „Mariä Lichtmess“. Wenn auch nicht unter dieser Bezeichnung, so wird es seit Mitte des 5. Jahrhunderts 40 Tage nach Heiligabend gefeiert, in dem der Lichtsymbolik besondere Bedeutung zu kommt.

 

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Deshalb weihte Pfarrer Kensbock am Anfang des Gottesdienstes Kerzen, die später in der Osternacht entzündet werden, und erteilte am Schluss der heiligen Messe den traditionellen Blasiussegen, bei dem zwei gekreuzte Kerzen vor dem Gläubigen gehalten und die Worte gesprochen werden: „Der allmächtige Gott schenke Dir Gesundheit und Heil. Er segnete Dich auf die Fürsprache des heiligen Blasius durch Christus, unseren Herrn.“

 

Blasius war Arzt und später Bischof von Sebaste in Kleinasien. Er wurde 316 wegen seines Glaubens gequält und dann enthauptet. Die bekannteste Legende über diesen Heiligen ist die, dass er einen Jungen, der an einer verschluckten Fischgräte zu ersticken drohte, durch sein Gebet rettete.

 

Für die Mitarbeiter in der Landwirtschaft war Lichtmess ein ganz besonderer Tag. Knechte und Mägde erhielten ihren Jahreslohn und einige Tage Urlaub; auch durften sie ihren Arbeitgeber wechseln. – „Wenn es an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit“, besagt eine Bauernregel. Da aber am Mittwoch die Sonne schien, ist danach zu befürchten, dass es noch einige Zeit winterlich kalt bleiben wird.

Fotos: Andreas Brandt

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