3. Ökumenische Vesper der Malteser und Johanniter zu Ehren des Ordensgründers, des seligen Bruders Gerhard am 14. September 2014

Am 14. September, dem Fest Kreuzerhöhung, feierten die Mitglieder des Malteser- und des Johanniterhilfsdienstes aus der Region Köthen und Dessau zum wiederholten Mal einen festlichen Vespergottesdienst zu Ehren ihres Gründers, des seligen Bruders Gerhard, in der katholischen Schloss- und Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt zu Köthen. Die Predigt hielt Kirchenpräsident Joachim Liebig von der Evangelischen Kirche Anhalts. Die liturgische Leitung oblag dem Ortspfarrer Armin Kensbock.
Kirchenpräsident Liebig nahm das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter aus dem Lukasevangelium als Vorlage für seine Predigt, um auf die Verbindung von Gottes- und Nächstenliebe hinzuweisen. Auch wenn viele Menschen Gott anscheinend nicht brauchen und vordergründig auch ohne ihn zurecht kommen, sind ohne Gott Liebe, Barmherzigkeit und Mitmenschlichkeit in dieser Welt, in Staat und Gesellschaft nicht zu begründen. Ohne Rückbindung an Gott wird diese Welt kalt und grausam, wie wir täglich den Nachrichten entnehmen können. Der Mensch darf aber Gott auch nicht für politische oder religiöse Ideologien missbrauchen, dann würde er zum Götzen. Kirchenpräsident Liebig rief dazu auf, es nicht bei frommen Worten und Wünschen bewenden zu lassen, sondern den Menschen, die vor Krieg, Terror und Gewalt auf der Flucht sind und zu uns kommen, auch tatkräftig durch Aufnahme und konkrete Unterstützung zur Seite zu stehen, wie eben der Samariter, der dem unter die Räuber Gefallenen geholfen und ihm dadurch das Überleben ermöglicht hat.
Eigens aus Magdeburg angereist waren Rat Günther Brozek, Pfarrer Dr. Matthias Hamann und Pater Michael von den Prämonstratensern, die den Maltesern und ihren Gliederungen als Seelsorger zur Verfügung stehen. Vertreten waren die Orden durch je einen Ordensritter der Malteser und der Johanniter.
Der selige Gerhard starb am 3. September des Jahres 1120. Seine Sorge galt den Pilgern in Jerusalem. Dort gründete er ein Hospital, in dem erkrankte Pilger und andere Hilfsbedürftige Pflege und Zuwendung fanden. Das Ideal der Brüder war die Verbindung von Ritterlichkeit und Nächstenliebe. Aus diesen Anfängen hat sich im Lauf der Geschichte der Malteser Ritterorden entwickelt, der monastisches und ritterliches Leben vereinte.
Heute sorgen sich im Sinn des seligen Gerhard die Malteser und ihr evangelischer Zweig, die Johanniter, um Alte, Kranke, Behinderte und Bedürftige, aber auch um Menschen, die bei Unfällen zu Schaden kommen. Sie helfen Menschen, die durch Armut, Krankheit und Unglück ausgegrenzt sind, ihren Platz und ihre Würde im alltäglichen Leben zu finden.
So sind sie heute wie der selige Bruder Gerhard und seine Mitstreiter damals Leuchtzeichen der Liebe Gottes in dieser Welt.
Nach dem Vespergottesdienst trafen sich zahlreiche Teilnehmer des Gottesdienstes, um diesen Tag gesellig bei Mahlzeit und Gespräch ausklingen zu lassen.