Die 3. Nacht der offenen Kirchen in Köthen (Anhalt) am 09.08.2014

– ein Kirchenbesuch der besonderen Art

„Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da. Die Nacht ist da, das was geschieht“, so heißt es in einem Schlager aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Und ob in der Nacht vom 09. zum 10. August in Köthen etwas geschehen ist. Die Köthener und zahlreiche Gäste erlebten die 3. Nacht der offenen Kirchen.
Die katholische Pfarrei St. Maria und die beiden evangelischen Pfarreien St. Jakob und St. Agnus öffneten von 20.00 Uhr bis 0.15 Uhr die Pforten ihrer Kirchen und luden die Nachtschwärmer zum Verweilen ein, um sie für ca. 45 Minuten in eine andere Welt mitzunehmen.
Der Abend begann virtuos in St. Jakob. Das bewährte Duo Manfred und Martina Apitz an Viola und Orgel sowie der Cembalist Winfried Kunz eröffneten den Reigen. Bei Kerzenschein und wohlgesetzten Tönen präsentierte sich St. Jakob in einer außergewöhnlichen Atmosphäre.
Um 21.00 Uhr ging es dann nach St. Agnus, um ein Gipfelkreuz zu besteigen, natürlich nur virtuell. Der dargebotene Film präsentierte das atemberaubende Panorama der Schweizer Alpen, und die Zuschauer wurden mit auf den Weg genommen, als zwei Bergsteigerteams sich auf den Weg zum Gipfelkreuz machten. Faszinierend waren nicht nur die herrlichen Aussichten, sondern auch die gewagten und wagemutigen Kletterpartien, die großes Vertrauen und absolute Verlässlichkeit der Beteiligten voraussetzen. Gleichzeitig bot der Film einen grandiosen Blick auf Gottes herrliche Schöpfung.
Danach zog die Besucherkaravane nach St. Maria weiter, die nur von Kerzeschein illuminiert war und den Eintretenden einen sehr romantischen Anblick bot. Ab 22.00 Uhr ging es dann um die wunderbare Welt der Katholiken, in die die Nachtschwärmer mitgenommen wurden. Herr Thaut und sein Team zogen mit Flambeauxs in der Hand zu markanten Orten im Kirchenraum, um die besondere Befindlichkeit und Seelenlage der Katholiken durchaus ernst gemeint, jedoch mit einem Augenzwinkern und Humor den Anwesenden vorzustellen. Dabei erwies sich Frau Deibert an der Orgel als ausgesprochener Profie, um die Stimmungsbilder musikalisch einzufangen.
Den Abschluss gab es dann in St. Jakob mir der „Blauen Stunde“, einem Quartett aus Berlin, das den Besuchern ausgezeichnete Klezmermusik darbot und diese zu begeistertem Mitklatschen animierte.
Nach Mitternacht trafen sich alle noch Auf- und Wachgebliebenen auf dem Marktplatz vor dem Portal von St. Jakob, um mit Trompeten, Geige und Saxophon die Nachtschwärmer nach Hause ins Bett oder in den Pup zu entlassen.
Auf jeden Fall war auch diese 3. Nacht der Kirchen wieder mehr als gelungen, und man darf gespannt sein, was den Verantwortlichen für das nächste Jahr einfällt, wenn die Stadt Köthen ihr 900jähriges Bestehen feiert.