Schutzmantelmadonna Kapelle Edderitz

Maria, breit den Mantel aus

(Der Mai-Monat ist Marien-Monat)

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Schwestern und Brüder!

Als Jugendlicher war ich in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit unserem Vikar und einer Jugendgruppe zu einem Zeltlager im Riesengebirge. Weil die sommerlichen Temperaturen und das Wandern im Gebirge mich ins Schwitzen brachten, band ich mir meine Jacke und mein Oberhemd um die Hüften und spannte meinen Regenschirm als Sonnenschutz auf.
Als wir eine Familie mit Kindern überholten, fragte doch ein Kind seine Mutter: „Mutti, warum hat denn die Tante einen Regenschirm auf?“ Von wegen Tante! Zuerst war ich pikiert, dann konnte ich darüber lachen. Wie dem auch sei! Ein Schirm dient immer dem Schutz, ob gegen Regen oder gegen die Sonne. Wer ihn entbehren muss, steht entweder im Regen oder ist den Sonnenstrahlen schutzlos ausgeliefert. Ein Schirm bietet Schutz und schenkt Geborgenheit.
Diese Erfahrung haben Menschen seit Jahrhunderten auch in ihrer Beziehung zur Gottesmutter Maria gemacht. Marienbilder und Marienwallfahrtsorte ziehen Menschen magnetisch an.
Maria schenkt Schutz und Sicherheit in den Unwägbarkeiten des Lebens. Ein beliebtes Bild ist das der Schutzmantelmadonna. Maria breitet ihren Mantel über alle aus, die sich darunter bergen wollen. Letztlich ist ihre mütterliche Liebe und Fürsorge wie ein Schutzmantel, wie ein Schirm über unserem Leben. Ihr können wir uns anvertrauen in allen Lebenslagen, auch und besonders in Widerwärtigkeiten und Gefahren.
Zu den bekanntesten und beliebtesten Gebeten und Liedern gehören deshalb: „Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, heilige Gottesgebärerin“ und: „Maria, breit den Mantel aus, mach Schirm und Schild für uns daraus.“
Auch große weltpolitische Ereignisse sind dem Gebet und der Fürsprache Mariens zuzuschreiben. Aber auch unsere kleinen privaten Nöte und Sorgen, Freud und Leid finden bei ihr Gehör und die Menschen Trost. So wie Maria sich um ihren Sohn gekümmert hat, so sorgt sie sich heute um seine Kirche und um jeden uns. Die Erfahrung aus kindlichem und gläubigem Vertrauen lehrt uns: „Servus Mariae nunquam peribit - Ein Kind, ein Diener Mariens geht niemals verloren.“
Wenn wir zu unseren Maiandachten zusammenkommen, dürfen wir diese wohltuende Erfahrung machen. Wir bringen uns und unser Leben mit und bergen es mit Lied und Gebet, mit Hingabe und Frömmigkeit unter Mariens Schutz und Schirm.

 

Mit diesem Vertrauen und in dieser Zuversicht grüßt Sie herzlich
Ihr Pfarrer Armin Kensbock