Die MISEREOR-Hungertuchwallfahrer trotzen den Strapazen

Die Misereor Hungertuchwallfahrer waren eine Woche lang unterwegs. Start war am
04. März 2014 in Gemershausen (Niedersachsen). Am 09. März wurden in der
Pfarrkirche St. Marien-Liebfrauen in Berlin-Kreuzberg die Pilger erwartet und die 56.
MISEREOR-Aktion eröffnet. In diesem Jahr lautet das Thema der MISEREOR-Aktion:
„ Mut ist, zu geben, wenn alle nehmen“.

 

Vier Pilgergruppen teilten sich die Wallfahrt. Eine der vier Gruppen war immer
Unterwegs und wechselte sich beim Tragen des aufgespannten Tuches durch die
Straßen und Gemeinden ab. Tag und Nacht waren de Pilger unterwegs gewesen. Bis
Zu fünf Stunden wurde gelaufen, bis dann die nächste Gruppe das Tuch übernahm.
Es wurde gesungen, gebetet, nachgedacht, bisweilen auch geschwiegen; die kamen
mit anderen, die ihren Weg kreuzten, über die Anliegen der Fastenaktion ins
Gespräch.

 

Am 05.03.2014 machte sich eine der vier Gruppen auf dem Weg von Röblingen am
See – Halle/Silberhöhe - Halle-Mitte über Ostrau nach Köthen. Gegen 22:30 Uhr
trafen sie in Köthen ein und wurden von Pfarrer Armin Kensbock herzlich begrüßt.
Nach einem kurzen Gebet und Gedankenaustausch wurde das Hungertuch an die
nächste Gruppe, die mit zwei Kleinbussen nach Köthen kam, übergeben. Alle Pilger
konnten sich bei einem nächtlichen Imbiss stärken, bevor die Gruppen wechselten
und sich die Gruppe, die mit den Bussen angereist waren, weiter nach Aken auf den
Weg machte. Die anderen Pilger übernachteten in den Gemeinderäumen St. Anna.
Am nächsten Tag startete nach einem guten Frühstück und einer anschließenden
Führung durch die Pfarrkirche St. Maria die Pilgergruppe, die zuvor zu Fuß
unterwegs war, mit den Kleinbussen nach Coswig, von wo sie dann ihren
Weg nach Lutherstadt-Wittenberg wieder zu Fuß zurücklegten.

Nach alten Brauch verhüllt das Hungertuch während der Fastenzeit die bildlichen
Darstellungen Jesu, in der Regel das Kruzifix. Früher waren die Tücher mit Bildern
aus der Leidensgeschichte Jesu bestrickt. Sie sollten die Christen während der
Fastenzeit zu einem intensiven Glauben mahnen. MISEREOR hat diesen Brauch in
Form einer Hungertuch-Wallfahrt wiederbelebt. In diesem Jahr ging das von der
bolivianisch-slowenischen Künstlerin Ejti Stih gestaltete Hungertuch auf die
Pilgerreise. Das Hungertuch hat den Titel: „Wie viele Brote habt ihr?“. Damit knüpft
die Künstlerin an das Thema der MISEREOR-Fastenaktion 2014 an, die die
Bekämpfung des weltweiten Hungerns thematisiert. Die erste Hungertuch-Wallfahrt
Wurde im Februar 1986 von einer privaten Initiative in Hildesheim organisiert.