Ein neues Jahr hat begonnen

Zeit zum Leben, Lieben, Glauben, Hoffen
Zeit zum Ändern und Bessern oder einfach um wieder neu zu beginnen
mit sich, mit Gott und der Welt

Das neue Jahr hat so begonnen, wie das alte aufgehört hatte: mit Krieg, Krisen, Katstrophen. Dabei hatten wir uns zum Jahreswechsel ein friedvolles Jahr gewünscht. Der Wirtschafts- und Finanzkrise stehen wir genauso ohnmächtig gegenüber wie den Kriegen auf unserem Globus. Möglicherweise haben wir uns bereits an die Hiobsbotschaften und Schreckensbilder gewöhnt, denn wir haben Silvester wieder aufwendig und ausgiebig gefeiert wie in den Jahren zuvor. Doch die Konflikte im Nahen Osten, die Verfolgung der Christen und anderer religiöser und ethnischer Minderheiten im Irak, in Syrien und in Nigeria, die Entführung und Ermordung von Menschen durch den sog. Islamischen Staat, aber auch der Krieg in der Ostukraine machen uns rat- und sprachlos. Hinzu kommen noch die Nachrichten über Flugzeugabstürze, Fährunglücke, Flüchtlingsströme und andere Katastrophen.
Der Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt ist einfach nicht zu stoppen. Der Fluss der Tränen hört nicht auf. Alle Utopien der Vergangenheit, die von einer heilen Welt träumten, sind wie Seifenblasen geplatzt, und oft waren die, die diese Welt verbessern wollten, schlimmer als die, die man zuvor gestürzt hatte. Auf der Strecken bleiben immer die so genannten kleinen Leute. Manche behaupten sogar, die Religion sei an allem Schuld. Natürlich sind auch gläubige Menschen versuchbar und verführbar, und Religion kann genauso missbraucht werden wie alles, was der Mensch in die Hand nimmt. Aber haben nicht gerade die gottlosen Regime des 20. Jahrhunderts einen enormen Blutzoll gefordert im Namen des Fortschritts. Manche wollen sogar Gott dafür verantwortlich machen, weil er das alles zulässt. Und sie propagieren eine Gott-lose Welt. Doch es ist nicht Gott, der die Untaten begeht, es ist der Mensch, der seine Freiheit missbraucht und seiner Verantwortung nicht gerecht wird. Wir Christen glauben, dass Gott diesem Treiben nicht tatenlos zusieht, sondern sich in seinem Sohn Jesus Christus mit den Kleinen und Schwachen und unzähligen Opfern von Gewalt solidarisch gemacht hat. Zeichen dafür ist das Kreuz, an dem Jesus gestorben ist. Gottes Macht zeigt sich in seiner Ohnmacht, und unzählige Menschen sind ihm auf diesem Weg gefolgt, um den Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt zu durchbrechen. Wenn sich dem viele anschlössen und es ihm gleich täten, wäre die Welt zwar nicht automatisch heil, aber ein wenig heiler. Das wünsche ich mir und Ihnen und allen Menschen für das Jahr 2015 und für die Zukunft.
Machen wir es wie Gott, werden wir endlich Mensch, und wissen wir uns in unserem Tun und Lassen vor IHM verantwortlich – uns und der Welt zum Heil und IHM zur Ehre. Denn Gott wurde Mensch, damit wir Menschen vergöttlicht werden. Nehmen wir das neue Jahr aus Gottes Hand entgegen, und nutzen wir die Zeit, die er uns schenkt.
Alles Gute und Gottes Segen für das neue Jahr.