900 Jahre Köthen – Tag der Barmherzigkeit - 19.04.2015 HELIOS-Klinikum Köthen

Über den Tag der Barmherzigkeit in Köthen wird auf dieser Webseite berichtet:
http://www.barmherzige.de
 

„Ich war krank, und ihr habt mich besucht“ – unter diesem Motto fand am Sonntag, den 19.04.2015, um 15.00 Uhr im Foyer der Köthener HELIOS-Klinik eine Andacht zum Tag der Barmherzigkeit statt. Das Foyer war ein ungewöhnlicher Ort für eine Andacht. Mit dieser Veranstaltung sollte eine Brücke geschlagen werden aus der Gegenwart in die Vergangenheit und aus der Vergangenheit in die Gegenwart.
Denn von 1829 bis 1832 haben Barmherzige Brüder aus Wien das Hospital in der Wallstraße als erstes Köthener Krankenhaus betrieben, das damals auf dem neusten Stand war, was Betreuung, medizinische Versorgung und Hygiene betraf.
In den drei Jahren wurden bis zu 800 Kranke und Bedürftige ohne Ansehen von Religion und Stand versorgt. Die Brüder waren um einen ganzheitlichen Umgang mit den Patienten bemüht. So kam zur medizinischen auch die seelsorgliche Betreuung. Das Altarbild aus der Kapelle der Barmherzigen Brüder hängt heute über der Sakristeitür in der Kirche St. Maria und zeigt die leidende Gottesmutter Maria mit dem vom Kreuz genommenen Sohn.
Zu dieser Veranstaltung durften wir vier Barmherzige Brüder aus Regensburg und München begrüßen, die dort in ihren ordenseigenen Krankenhäusern tätig sind und nach der Andacht den Anwesenden berichteten, wer sie sind und was sie tun.
Mitgestaltet wurde die Andacht von den beiden Krankenhausseelsorgerinnen Sr. Ansgard Nießner und Pfarrerin Christiane Böttcher sowie Pfarrer Martin Kanzler-Stegmann. Die liturgische Leitung oblag Pfarrer Armin Kensbock. Vorbereitet und musikalisch gestaltet wurde der Andachtsteil von Gemeindereferent Matthias Thaut und der Organistin Elena Deibert. Etwa 60 Personen hatten sich an diesem Nachmittag im Foyer der Klinik eingefunden, fast ausnahmslos aus der Pfarrei St. Maria. Vertreter der anderen Gemeinden, der Klinik und der Stadt waren nicht anwesend.
In seiner kurzen Ansprache ging Pfarrer Armin Kensbock darauf ein, dass zwar niemand krank werden möchte, dass aber Krankheit zu unserem Leben gehört und dass es auch Krankheiten gibt, bei denen die ärztliche Kunst am Ende ist und die zum Tode führen. Krankheit stürzt einen Menschen in eine Krise und zieht ihm sozusagen den Boden unter den Füßen weg. Sie wirft ihn aus der gewohnten Lebensbahn, aber auch Angehörige und Freunde sind dadurch in Mitleidenschaft gezogen, die sich um einen Kranken sorgen.
Dem Kranken wieder auf die Beine zu helfen, Leiden und Schmerzen zu lindern und seine Gesundheit wiederherzustellen dafür gibt es Krankenhäuser. Weil eine Krankheit immer den ganzen Menschen betrifft und Leib und Seele in Mitleidenschaft zieht, sind Ärzte, Schwestern und Pfleger mitunter auch Seelsorger und Seelsorger manchmal auch Ärzte für Patienten wie Angehörige.
Das, was damals die Barmherzigen Brüder in den drei Jahren ihres Aufenthaltes in Köthen mit den Mitteln und Möglichkeiten ihrer Zeit getan haben, das tun die Mitarbeiter eines Krankenhauses auf professionelle Weise mit den heutigen medizinischen und technischen Möglichkeiten.
Niemand möchte krank werden, doch wenn jemand krank wird, so ist ihm zu wünschen, dass er in jedem Krankenhaus Menschen findet, die ein Herz für ihn haben und sich seiner erbarmen, eben barmherzig sind. Das wünschte Pfarrer Armin Kensbock allen Anwesenden zum Abschluss der Zusammenkunft.
Nach dem Segen und Informationen der Brüder und der beiden Seelsorgerinnen klang der Nachmittag mit Gesprächen und bei Kaffee und Kuchen aus. Und alle, die dabei waren, waren um eine Lebenserfahrung reicher, dank des Jubiläumsjahres Köthen 900.