Die „Praystation portable“ der Katholiken

Wer Kinder hat oder mit Kindern zu tun hat, der weiß, wie begehrt eine „playstation portable“ ist, diese transportable Spielstation, an der die Kids oft auf ihrem Handy unentwegt in Windeseile fingern, um Geschwindigkeit und Geschicklichkeit zu testen, sich und die Welt um sie herum vergessend. Es bedarf nur dieses Gerätes, und die Kinder können stundenlang damit beschäftigt sein.
Auch wir Christen kennen ein ähnliches Gerät, nur ist es nicht so beliebt und begehrt, obwohl es älter ist als jede playstation. Es ist die „praystation portable“ – der Rosenkranz – diese transportable Betstation, die in jede Hosentasche passt und die jederzeit zur Hand ist.
Wie bei der playstation gleiten auch hier die Finger über die Perlen, jedoch nicht in Windeseile, wohl aber auch die Welt vergessend, wenn die Geheimnisse unseres Glaubens von Perle zu Perle betend betrachtet werden. Ein ganzer Monat – der Oktober – ist dem Rosenkranz gewidmet, und er hat am 7. Oktober sogar sein eigenes Fest.
Dabei ist das Bet-Gerät gar nicht so wichtig, es dient lediglich der Ordnung. Man kann den Inhalt des Rosenkranzes auch mit Hilfe der 10 Finger beten, sollte er einmal nicht zur Hand sein. Und man braucht nur drei Gebete: Das Glaubensbekenntnis, das Vaterunser und das Ave Maria. Das Credo steht am Anfang, das Vaterunser unterbricht die Zehnerfolge der Ave Maria.
Das Ave Maria ist wie ein Rahmen, in dessen Mitte jeweils ein Bild unserer Erlösung durch Wiederholung vor unserem geistigen Auge betrachtet wird. Dabei kommen alle Ereignisse der Menschwerdung, des Leidens und Sterbens und der Verherrlichung Jesu Christi vor.
Jedes Geheimnis wird zehnmal betrachtet und dadurch verinnerlicht. Wiederholung und Rhythmus prägen das Gebetete ein.
So kennen wir den freudenreichen Rosenkranz, der die Menschwerdung Jesu betrachtet.
Der schmerzhafte Rosenkranz meditiert das Leiden und Sterben Jesu, und der glorreiche spricht von seiner und unserer Verherrlichung, exemplarisch dargestellt an Maria. Papst Johannes Paul II. hat diesen tradierten Geheimnissen noch einen vierten hinzugefügt, den lichtreichen Rosenkranz, der Schlüsselereignisse aus dem Leben und Wirken Jesu vor Augen stellt.
Im Rosenkranzgebet schauen wir sozusagen mit den Augen Marias, der Gottesmutter, auf Jesus, den Sohn Gottes, der uns durch sein Leben, Leiden, Sterben und Auferstehen erlöst hat.
Er fasst die wichtigsten Inhalte unseres Glaubens zusammen. Und den Rosenkranz, die „praystation portable“, diese transportable Betstation, kann ich immer und überall betätigen: im Auto, im Bus, im Zug, zu Hause oder unterwegs. Leere Zeit wird so zu einer gefüllten Zeit. Und ich kann den Rosenkranz auch für jemanden oder in einem bestimmten Anliegen beten.
Nehmen wir den Rosenkranzmonat Oktober zum Anlass, es wie die Kinder zu machen, die mit ihrer „playstation portable“ weltvergessen beschäftigt sind. Nehmen wir unsere „praystation portable“ zur Hand, um uns in die Geheimnisse der Liebe Gottes zu versenken, die sichtbar geworden sind in der Person Jesu Christi.