Gedenken an Konrad Kobitzki

 

Im Gedenken an  Konrad  K o b i t z k i   +  (1934 – 2015)

ein römisch-katholisches Gemeindeglied unserer Stadt immer auf ökumenischen Wegen

 

Als ernsthaft-kritischer Gottesdienstbesucher in den Kirchgemeinden oder begeisterter Zuhörer in Konzerten und im Stadtbild als origineller Beobachter und Gesprächspartner bekannt - wird er uns fehlen, der seit über fünfzig Jahren in Köthen lebende „ Koko“;
er ist  im Alter von 81 Jahren plötzlich und unerwartet am Silvestertag 2015 heimgegangen.

Seine Heimatgemeinde hat ihm eine würdige Wegbegleitung durch  das Requiem mit anschließender Beisetzung auf dem  Friedhof in Köthen bereitet, wobei neben zahlreichen Gemeindegliedern auch evangelische Christen und weitere Teilnehmer vertreten waren.

Als Organist und Kantor 1964 an die katholischen  Kirchgemeinden in Köthen berufen, war seine Glaubenshaltung dadurch geprägt, ökumenische Ausstrahlung  –  orientiert auf Nachbarschaftspflege zwischen den Religionsgemeinschaften  und ihrer Mitglieder in praktischer aber auch liturgischer Beziehung  –   wahrzunehmen.

Die Affinität zur protestantischen Kirche ist dem gebürtigen Ost-Brandenburger nach der Vertreibung von 1945 zunächst in Wiesenburg /Mark wohl durch den Kontakt zu einem evangelischen Pfarrhaus und später in der beruflichen Ausbildung während des  Studiums an der Evangelischen Kirchenmusikschule Halle/S. festes Anliegen geworden.

 

Über vierzig Jahre in Köthen im kirchlichen Amt stehend, war seine  Regsamkeit spürbar  hauptsächlich durch Verbindungen zu den evangelischen Kirchenmusikern und Pfarrern, zum Bach-Chor und anderen kulturellen Trägern der Stadt. So hat K. Kobitzki auch als Hausmusiklehrer für verschiedene Instrumente, als Gesangssolist in einigen Oratorienaufführungen und a-capella- Konzerten sowie jahrelang als Leiter eines traditionellen Männerchors außerhalb seines kirchlichen Dienstes gewirkt. Organistenvertretungen in anderen Gemeinden waren fast bis zu seinem Lebensende von ihm wahrgenommen worden.

 

Seine Persönlichkeit ist von tiefer Gläubigkeit im traditionell- konservativen Verständnis bestimmt gewesen  – gepaart aber mit realen Vorstellungen zum praktischen Leben und respektvollem Umgangs mit einem umfangreichen Freundes- und Bekanntenkreis.

Als Individualist mit so manchen Eigenheiten fand er immer wieder einen wertvollen Ausgleich gegenüber seinen Gesprächspartnern etwa in Heftigkeit und Milde, Kritik und Versöhnung im Amt oder im privaten Umgang, so dass zuletzt seine Freundlichkeit als christlicher Partner bewundernd angenommen wurde.

So waren auch seine Passion als Historiker, Kunstkenner und Sammler von klerikalen Antiquitäten oder Bewunderer der Schöpfung und Natur für ihn von innerer Erfüllung und Liebe dazu getragen.

Konrad Kobitzki wusste als Christ um die enge Verbindung von Glaube, Musik und Theologie. Gott hat ihm das Leben gegeben; er behält es auch in seiner Hand.

Er möge ruhen in Frieden und das ewige Licht leuchte ihm!

 

    Seine Freunde- und Bekannten der evangelischen Kirchengemeinden in Köthen: 

 Johannes  Freundel