Osternacht 2009

Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaft auferstanden!

Ostern, das Fest des Lebens, des Lichtes und des Neubeginns ist der Höhepunkt des Kirchenjahres. Jesus Christus ist wahrhaft auferstanden von den Toten. Die neue Schöpfung ist vollbracht, und wir dürfen das nicht nur feiern, wir haben bereits jetzt Anteil daran. Ostern ist der Grund unserer Hoffnung. Dem Tod ist die Endgültigkeit genommen, das Licht ist stärker als die Finsternis, das Leben hat gesiegt.

Die Kirche hört nicht auf, dieses Ereignis überschwänglich zu feiern und zu besingen. Und wenn in der Osternacht auch noch Erwachsene durch den Empfang der österlichen Sakramente in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen werden, wie in diesem Jahr wieder geschehen, dann ist das ein ergreifendes und bewegendes Ereignis, an dem wir das Neuwerden förmlich mit Händen greifen können.

 

Aber vor Ostern liegt Karfreitag, der Tag des Leidens und Sterbens Jesu. Das darf bei allem Osterjubel nicht ausgeblendet werden. Christus ist durch Leiden und Tod in seine Herrlichkeit eingegangen. So gehen auch wir unseren Lebens- und Glaubensweg, der mitunter auch ein Kreuzweg ist. Aber wir schauen dabei stets auf Christus, den Auferstandenen, der uns mit seinen verklärten Wunden Weg und Richtung weist.

So erleben und erleiden wir in unseren Tagen auch ein Sterben, wenn Menschen vor Krieg und Terror auf der Flucht sind, wenn ihre Heimat zusammengeschossen wird und viele ihr Leben aufs Spiel setzen oder gar verlieren. Solidarität ist gefragt, damit Menschen leben und überleben können.

 

Wir wären jedoch keine Christen, wenn wir nicht Hoffende wären. Die Botschaft von Ostern, dass nicht der Tod, sondern das Leben, nicht die Finsternis, sondern das Licht das letzte Wort haben, lässt uns auf Auferstehung hoffen.

So erleben wir Auferstehung schon jetzt, wenn Christen aus anderen Ländern, ob als Studierende oder als Flüchtlinge oder Asylanten, in unserer Pfarrei eine geistliche Heimat und im Gottesdienst ein religiöses Zuhause finden. Wenn sie am Gemeindeleben teilnehmen und ihnen mit Offenheit und Wohlwollen begegnet wird. 

Wenn sie sich als Geschwister im Glauben angenommen wissen. Wenn selbst Muslime, die nach dem Grund unserer Hoffnung fragen, in unseren Gemeinden Respekt und Wertschätzung finden. 

 

In diesem Jahr werden am 21. und 22. Mai bistumsweit die Mitglieder des Kirchenvorstandes und Pfarrgemeinderates neu gewählt. Beide Gremien dienen dem Leben und der Lebendigkeit unserer Pfarrei. Auch hier können Talente und Begabungen auferstehen, um das Leben der Gemeinden vor Ort als auch die Pfarrei als ganze mitzutragen und zu verlebendigen. Denn mit uns und durch uns lebt Kirche im Kleinen wie im Großen.

 

So können wir Ostern feiern und schon jetzt die Erfahrung von Leben, Licht und Zukunft machen trotz mancher Dunkelheiten und Sorgen, die uns umgeben. Ostern ist kein billiger Trost, sondern ein starker Trotz, weil auch Jesus Christus, der Gekreuzigte, in seiner Auferstehung der Macht des Todes getrotzt und uns neues Leben gebracht hat.

Deshalb singen wir HALLELUJA! 

Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaft auferstanden! Gott sei Dank!